Threema statt WhatsBook

Von Stefan | Unter Android, Apfelzeug, Internet, IT | 2 Kommentare  | 4572 Hits.
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Die Antwort ist 42.

Die Frage dazu ist nicht wie im Hitchhiker’s Guide to the Galaxy die nach „dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest„, sondern ganz einfach: Wieviel ist ein WhatsApp-Nutzer wert?
Mark Zuckerberg kaufte vor wenigen Tagen WhatsApp mit seinen 450 Millionen Teilnehmern für 19 Milliarden Dollar, ergo: Mein Telefonbuch hat nun Herr Zuckerberg für 42 US-Dollar gekauft. Das sind immerhin 42 Dollar mehr als die NSA dafür gezahlt hat. Schade nur, dass ich nichts vom Geld abbekomme.

Facebook mag ich nicht, Herrn Zuckerberg noch viel weniger. Also muss ein neuer Messaging-Dienst her. Immensen Zulauf hat in den letzten Tagen der Schweizer Dienst Threema genossen, der sich durch die Möglichkeit auszeichnet, die Kommunikation „end-to-end“ zu verschlüsseln.Threema kostet derzeit 1,60 Euro für Android und 1,80 für IOS (hihi) und hat eine Benutzeroberfläche, die WhatsApp sehr ähnlich ist. Aufgrund der deutlich besseren Verschlüsselungsmechanismen ist der Einrichtungsprozess etwas aufwändiger als bei WhatsApp, ist aber dank eines Wizards recht einfach zu bewältigen. Anleitungen für Umsteiger gibt’s auch.

Threema ist natürlich nicht die einzige Alternative zu WhatsApp,  wird aber momentan als der Favorit gehandelt, was die aktuellen Download- und Nutzerzahlen angeht.
Wer umsteigen möchte, sollte zunächst seinen Freundeskreis über Threema informieren (per WhatsApp-Gruppenchat 😉 , Statusmeldung etc.). Sobald genügend Chatpartner zu Threema gewechselt haben, sollte man sein Benutzerkonto bei WhatsApp löschen und die App deinstallieren.

Bedauerlich ist nur, dass auch alternative Anbieter wie Threema irgendwann von Facebook, Google oder einem anderen „Big Player“ geschluckt werden können, wenn es den Betreibern nicht in erster Linie darum geht, einen guten Dienst anzubieten, sondern das schnelle Geld zu machen – so wie das bei WhatsApp der Fall war. Zuckerberg hat dem WhatsApp-Erfinder Jan Koum immerhin das Vierzigfache der aktuellen Jahresgebühren aller WhatsApp-Nutzer über den Tisch geschoben. Mir fiele es wohl auch schwer, nein zu sagen, wenn ich heute mein Gehalt für die nächsten 40 Jahre kassieren dürfte und mich sehr bequem damit zur Ruhe setzen könnte.

Wie wird es weitergehen mit WhatsApp? Ich habe berufsbedingt viel mit Jugendlichen zu tun und weiß, dass ein Großteil nicht mehr bei Facebook aktiv ist, seit WhatsApp eine bequemere, schnellere Möglichkeit zum Chatten darstellt. Die Bequemlichkeit der User ist hier ausschlaggebend: Wer schon diverse Gruppen in WhatsApp eingerichtet hat, scheut womöglich den Aufwand eines Wechsels. Der Datenschutz ist den meisten Jugendlichen völlig egal. WhatsApp war anfangs gratis und verlockte so zum Testen. Threema kostet schon bei der Installation Geld, was viele User abschreckt. Hier könnte Surespot eine gute dritte Alternative darstellen.

Der WhatsApp-Verkauf wird also den Markt aufspalten. Das ist gut so: Konkurrenz belebt das Geschäft und verhindert den Aufbau von Monopolen, und das ist ein wenig beachteter, aber immens wichtiger Faktor in unserer vernetzten Welt.

2 Comments

  1. Comment by markus john:

    Hallo,

    ich bin wirklich erst wenige Minuten auf dieser Homepage und mir ist jetzt schon danach, Euch ein dickes fettes D A N K E S C H Ö N zu sagen – was ich hiermit tue …

    🙂 und herzliche Grüße
    Markus

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