Videos für iTunes und iPod konvertieren

6247 mal gelesen

Videos auf dem iPod sind eine feine Sache, vor allem im Kinderarzt-Wartezimmer 😉

Es ist aber gar nicht so einfach, die Filmchen auf den iPod zu bekommen: Im Gegensatz zu Musik, wo viele Formate und Qualitäten erkannt und akzeptiert werden, ist der iPod bei Videos recht wählerisch: MP4 muss es sein, und dann auch noch in einer bestimmten Kodierung. Zunächst hatte ich mit VLC experimentiert, dessen Output aber öfters nicht vom iPod akzeptiert wurde, obwohl die Parameter immer dieselben waren:

„C:\Program Files\VideoLAN\VLC\vlc.exe“ %1 –sout=#transcode{vcodec=mp4v,vb=768,scale=1,height=240,width=320,acodec=mp4a,ab=128,channels=2}:duplicate{dst=std{access=file,mux=mp4,dst=%1.mp4}} vlc://quit

Danach machte ich mich auf die Suche nach einer kostenlosen Software und wurde zunächst hier fündig:

Free IPod Convertervon www.koyotesoft.com. Die Software produziert qualitativ gute Videos und arbeitet sogar einen Hauch schneller als VLC. Man kann auch mehrere Dateien in Serie konvertieren. Ein zusätzliches nützliches Feature ist der integrierte Youtube-Downloader, mit dem auch Flash-Videos schnell auf den iPod gelangen. Super Sache! 🙂

Ein großes Problem beim Koyoten (Ver. 2.92): Korrekt dargestellt wird das Video nur dann, wenn das Ausgangsmaterial 4:3 ist. Entweder verzerrt Koyote das Video, oder er schneidet links und rechts ein Stück vom 16:9-Breitbild ab.

Ein Beispiel: Leos derzeitiges Lieblingslied, Jungle Drum, gibt’s bei Youtube in einem Flash-Video mit der Auflösung 640 x 352. Mein iPod Classic hat eine maximale Auflösung von 320 x 240. Den Koyoten stelle ich deshalb bei „Size“ auf 320 x 176 und bei „Aspect Ratio“ auf „16:9 Display“. Die Frame rate und target bitrate belasse ich bei 25 bzw. 750, auch das Audio bleibt bei 44.100 und 128.

Das resultierende MP4-Video wird (auf einem PC aus dem Jahr 2003) in 94 Sekunden erstellt, ist 14.472 kb groß und wird auf dem PC absolut korrekt ausgegeben, auf dem iPod fehlen aber links und rechts Teile des Bildes. Schade. 🙁

Ebenfalls schade: Große Dateien ( im Test eine Datei mit 11 GB) werden von der NAS nicht auf die Verarbeitungsliste übernommen.

Der „Free Video to iPod Converter“ von DVDVideoSoft.com erstellt denselben 140-Sekunden-Film in „Standard-Qualität“ (= 1 MBPS) in 195 Sekunden, braucht also – verglichen mit Koyote – mehr als doppelt so lange. Die Datei ist dann aber auch 18.885 kb groß, hat also eine höhere Qualität als der von Koyote erstellte Film. Die „ökonomische“ Qualität bringt eine Ausgabedatei in 184 Sekunden, Größe 14.809 kb, also etwa 78% der Standard-Qualität; die „hohe“ Qualität benötigt 196 Sekunden, aber satte 26.501 kb Speicherplatz, also 140% der Standard-Qualität und beinahe das Doppelte der „ökonomischen“ Stufe.
Subjektiv konnte ich auf meinem iPod keinen hör- oder sichtbaren Unterschied zwischen den Qualitätsstufen feststellen. Meine Empfehlung also: „Ökonomische Qualität“, um Speicherplatz zu sparen.

Der Encoder, der hierbei im Hintergrund läuft, ist ffmpeg, das Programm scheint mehr ein Frontend zu sein als eine eigenständige Software – aber es ist ein nützliches Frontend!

Weitere Pluspunkte: Man kann sehr bequem die gewünschte Qualität für verschiedene iPod-Typen einstellen. Wie Koyote kann auch der Free Video Converter eine Liste mit Dateien abarbeiten und fügt die Ausgabe zudem gleich der ITunes-Datenbank hinzu – auf Wunsch sogar einer neu erstellten Playlist. Mit der Dreambox als NAS kommt die Software prima zurecht, auch die .TS-Dateien werden (im Gegensatz zu Koyote) sofort angezeigt.

Das Programm nervt zwar beim Beenden mit einem zehnsekündigen „Nag screen“, man solle doch bitte eine Browser-Toolbar installieren – doch das scheint mir im Vergleich zum Funktionsumfang der Software ein angemessener Preis. 😉

Interessant erscheint auch „Ipodifier„, ein Programm, das eher zur Arbeit im Hintergrund konzipiert ist: Es überwacht Datenquellen wie z. B. Festplattenrekorder und konvertiert automatisch alle gefundenen Videos. Es scheint sehr mächtig, war aber auf den ersten Blick nicht das, was ich suchte.

Fazit:

Wenn’s schnell gehen soll und 4:3-Material bearbeitet wird (oder Breitbildfilme, bei denen die Ränder wegfallen dürfen), greift man zum Koyoten. Die bessere Software kommt heute aber ganz eindeutig von DVDVideoSoft.com . Koyote müsste nur das 16:9-Problem in den Griff bekommen, um die Nase vorn zu haben…

Weiterlesen kann man hier: http://www.makeuseof.com/tag/50-free-tools-to-make-your-ipod-better-and/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

CAPTCHA: Bitte folgende Rechenaufgabe lösen (blockiert Spam) - Ziffern eingeben! Danke! * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.