Android und iTunes synchronisieren – die Luxusversion

Von Stefan | Unter Android, Apfelzeug, IT, iTunes, Top Ten | Kommentar dazu?  | 38162 Hits.
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Vor einiger Zeit habe ich schon eine kostenlose Methode beschrieben, wie man iTunes-Playlisten mit einem Android-Gerät synchronisiert. Dafür muss man aber manuell und mit einem Kabel zu Werke gehen. Ich wollte es bequemer haben: Auf meinem Handy möchte ich immer „frische“ Musik haben, also Lieder, die ich in letzter Zeit nicht allzu oft gehört habe. Tracks, die ich überspringe, sollen automatisch verschwinden. Neue Musik soll dafür erscheinen, und das am besten „von Geisterhand“. Das geht leider nicht kostenlos, doch für weniger als einen Fünfer bekommt man eine (beinahe) perfekte Synchronisationssoftware:

  1. Android-Gerät vorbereiten: Natürlich sollte auf dem Handy oder Tablet genügend Platz für die Musik bereitstehen. Eventuell ist das ein Anlass, eine möglichst große Speicherkarte zu kaufen (Herstellerangabe zum maximalen Speicher beachten, z. B. Samsung Galaxy i9000 = 32 GB!)
  2. In iTunes mindestens eine intelligente Playliste zur Synchronisation einrichten und deren maximale Größe auf den Speicherplatz beschränken, den man der Musik auf dem Handy vorgesehen hat. Die maximale Größe der SD-Karte sollte man nicht ausreizen, da Android die Karte evtl. auch noch für Fotos, Videos, Apps etc. nutzt.
  3. Die App iSyncr für 2,49 € bei Google Play kaufen (auf PC-oder MAC-Version achten!) und installieren.
  4. iSyncr starten, „Select where to install iSyncr“: SD Card Storage. Dort wird nun das Windowsprogramm iSyncr.exe abgelegt, das den Syncvorgang auf dem PC steuert. Ein Tutorial erklärt mit vielen Screenshots, wie die Software funktioniert.
  5. Die Settings der App überprüfen:
    “Play Count Logging” und  “Auto Clean Playlists” sollten aktiviert sein. Die „Playcount Sensitivity“ legt fest, wann ein Lied als wiedergegeben zählt, 75% ist die Vorgabe.  Den „Skip Threshold“ schalte ich aus.
    Die App selbst benötigen wir danach erst einmal nicht mehr.
  6. Das Handy per USB-Kabel mit dem PC verbinden, auf dem iTunes läuft, per Explorer das Programm iSyncr.exe auf der SD-Karte des Androidgeräts starten.
  7. iSyncr.exe lädt nun die iTunes-Playlisten. Sobald ein Haken bei einer Playliste gesetzt wird, startet sofort die Überprüfung der Musikdateien, die einige Sekunden dauert. Ein Statusbalken zeigt an, wieviel Speicherplatz noch auf der SD-Karte übrig sein wird.
  8. Der Button „Sync“ startet dann den eigentlichen Kopiervorgang, der bei mir ca. 8 Minuten pro GB Speicher dauert. iTunes darf während des Kopierens nicht geschlossen werden!
    Die Dateien werden im ordner „syncr“ im Stammverzeichnis der SD-Karte abgelegt.
    Am Ende werden eventuelle Fehler aufgelistet. Das Programm mit „Exit“ beenden, das Handy in Windows „sicher entfernen“ bzw. „auswerfen“!
  9. Um die Anzahl der Wiedergaben und „Skips“ auf dem Handy zu erfassen, wird der kostenlose Rocket Music Player, ebenfalls von JRTStudio, installiert. Zum Testen lasse ich einige Lieder laufen, überspringe andere, und vergebe Sterne-Berwertungen.
  10. Das Kabel muss weg: Für 99 Cent kaufe ich das Plugin iSyncr Wifi. In den Einstellungen setze ich die „default storage“ auf die SD-Karte, das „Synchronization Interval“ auf Daily, die dazugehörige Uhrzeit auf eine Zeit, zu der ich meist den iTunes-PC zum Arbeiten benutze. Bei „Sync checked songs“ und „Delete abandoned“ (Vorsicht!) setze ich ebenfalls einen Haken. Nebenbei richte ich noch die Foto- und Video-Uploadfunktion ein – kann ja nicht schaden.
  11. Das Gegenstück für den PC, iSyncr Server, muss zusätzlich auf den PC heruntergeladen und installiert werden. Hier sorgt oft die Windows-Firewall für Probleme: Eine Ausnahme für den iSyncr Server muss hinzugefügt werden. Testweise kann man die Firewall kurz deaktivieren, um zu prüfen, ob hier das Verbindungsproblem liegt. Für die Einrichtung einer Firewallregel in Windows 7 gibt es ein Tutorial, für Windows XP geht man wie folgt vor:
    Start – Systemsteuerung – Windows-Firewall – Allgemein:
    Den Haken bei „Keine Ausnahmen zulassen“ entfernen.
    Im Tab „Ausnahmen“: „Port“, Name „isyncr server“, Portnummer 34000, TCP, OK.
    Firewall mit „OK“ schließen
    Aufgrund eines kleinen Bugs wird die Verknüpfung zum Server nicht in den Autostart-Ordner kopiert, sondern in den Ordner „Startup“ – auf deutschsprachigen Systemen startet der Server also nicht automatisch nach einem Neustart. Eine Kopie der Verknüpfung in den Autostart-Ordner behebt dieses Problem.
  12. Nun ist alles bereit für den ersten Sync über die Luft. Die gewünschten Playlisten antippen und „sync to default“ auswählen.

Das war’s, nun wird das Android-Gerät täglich mit Musik versorgt und die iTunes-Playlisten nach meinem Geschmack und Hörverhalten aktuell gehalten.

Was dieses System nicht kann:

  • Es kommt nicht ohne laufenden PC aus; schön wäre der direkte Kontakt zu einer iTunes-Datenbank auf einer NAS, was aber ein anderes Synchronisationskonzept voraussetzt.
  • Bei der Synchronisation wird das Datum der letzten Wiedergabe nicht von Android zu iTunes übertragen, was für die entsprechende Filterfunktion der intelligenten Playliste ungünstig ist.

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